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Foodwaste im Alltag reduzieren – 46 Liter und ich verschwende weniger als je zuvor

Jo hält eine Schüssel mit Resten – Foodwaste passiert auch im Wohnmobil

Oops I did it again… Aber anders als Britney hab ich nicht mit einem Herz gespielt. Schlimmer: Ich habe Essen verschwendet.


Ja, auch mir passiert es noch. Der Muttertag, ein ohnehin schon voller Kühlschrank, und ein Salat der irgendwo im Womo an einem "kühlen Ort" gelagert wurde und dort in Vergessenheit geraten ist. Da hatte ich den Salat. 😅


To be fair: dass bei mir wirklich etwas nicht mehr essbar ist, kommt mittlerweile super selten vor. Seit ich im Womo lebe, verschwende ich deutlich weniger, fast automatisch. Und das hat mich selbst überrascht.


Warum? Dafür gibt es ein paar Gründe…


Erst mal: Momos Küche


Kurz zu meiner Küche, weil die spielt eine wichtige Rolle. Als ich Momo (das Womo) bekommen habe, war die Küche ursprünglich alles auf einmal: Gasherd, Spüle und Kühlschrank auf engstem Raum, alles integriert, alles zweckmässig, alles... naja. Für mich als gelernte Köchin war das schlicht keine Option. Also habe ich kurzerhand die alte Kombi rausgeworfen, eine kleine Sitzecke geopfert und mir eine richtige Küche gebaut.


Goldener Wasserhahn und grüner Wasserkocher in Momos Womo-Küche

Jetzt habe ich einen grossen Gasherd mit zwei Flammen, ein Waschbecken das ich auch rausnehmen und zum Wäschewaschen verwenden kann, einen goldenen Wasserhahn mit gefiltertem Wasser (ja, wirklich golden 😄) und, das Wichtigste, eine grosse Arbeitsfläche. Unverzichtbar wenn man gerne Rezepte kreiert.


Seit Neuestem habe ich auch einen Omnia, eine Form die man wie einen Backofen auf dem Gasherd verwenden kann. Mein erstes Bananenbrot ist leicht verbrannt. Ich übe noch.


Warum ich weniger verschwende – und es nicht mal versuche


Ehrlich gesagt nicht weil ich so diszipliniert bin, sondern weil mein Womo mich dazu zwingt. Auf die netteste Art.


Mein Kühlschrank fasst 46 Liter. Zum Vergleich: ein normaler Haushaltskühlschrank hat rund 300 Liter, also fast sieben Mal so viel. Ich kann schlicht nicht viel einkaufen. Was reingeht, muss auch raus, und zwar bald.

Leftovers landen immer ganz oben (ich habe einen Top-Loader), sie gehen also nicht in den Tiefen des Kühlschranks verloren wie das früher bei mir regelmässig passiert ist.


Durch kleinere Töpfe und Pfannen koche ich automatisch kleinere Portionen, meist für maximal zwei Tage. Und ich habe eine begrenzte Anzahl an Aufbewahrungsbehältern. Wenn alle voll sind, ist das ein ziemlich klares Signal dass ich erstmal aufbrauchen muss bevor ich neu einkaufe.


Und weil sich unten im Kühlschrank regelmässig eine eklige Suppe aus Tauwasser sammelt, räume ich ihn öfter aus als ich das je in einer normalen Wohnung getan hätte. Einmal hatte sich so viel gesammelt, dass ich es mit einem Lappen in eine Schüssel wringen musste, und in dem Moment ist mir eine Flasche von der Arbeitsfläche gefallen, direkt in die Schüssel. Suppe überall. Danke für nix, Momo. 😅


Unschöner Nebeneffekt mit schöner Konsequenz: ich habe immer einen guten Überblick über das was da ist.


Ehrlich gesagt fühlt sich das Einräumen meines Kühlschranks bis heute ein bisschen wie Tetris an. Was passt wohin? Was muss nach vorne? Was kommt oben drauf? Klingt anstrengend, ist aber eigentlich ziemlich befriedigend wenn alles seinen Platz hat.


46-Liter-Toploader-Kühlschrank im Wohnmobil – Leftovers liegen oben auf

Markt, Bauer, Abenteuer


Seit ich im Womo lebe, kaufe ich viel öfter auf dem Markt, beim Bauern oder im kleinen Bioladen ein. Und ich hab gemerkt: das Gemüse hält einfach länger. Weil es frisch geerntet ist, nicht wochenlang in irgendwelchen Lagerhallen rumgereist. Und weil ich direkt sehe woher es kommt, schätze ich es automatisch mehr.


Ehrlich gesagt ist mein grösstes Problem auf dem Markt nicht, dass ich zu wenig finde, sondern dass ich mich regelmässig wie im Schlaraffenland fühle und grosse Mühe habe, nicht einfach alles zu kaufen. 😄

Ausserdem ist es oft ein kleines Abenteuer, je nachdem wo ich gerade stehe, entdecke ich neue Märkte, neue Bauernhöfe, neue Gegenden. Und immer wieder Zutaten die ich so noch nicht kannte. Das liegt mir.


"Ich hab nichts im Kühlschrank" – stimmt fast nie


Ich lagere keine Unmengen an Trockenware, kein "für alle Fälle"-Vorrat der irgendwann hinten im Schrank verstaubt. Was da ist, wird gekocht. Das zwingt mich zur Kreativität, und ich entdecke dabei immer wieder neue Gaumenschmäuse die ich sonst nie probiert hätte.


"Ich hab nichts im Kühlschrank" – das stimmt bei mir eigentlich fast nie. Meist stimmt eher: ich hab grad keine Lust auf das was da ist. Aber es ist immer was möglich. Immer.


Als gelernte Köchin weiss ich: wer kochen kann, kommt mit fast allem aus. Und genau das ist es was ich mit eatopedia weitergeben will: nicht Rezepte, sondern die Fähigkeit, aus dem was da ist etwas Gutes zu machen.


Selbst ausgebaute Womo-Küche mit Gasherd, grosser Arbeitsfläche und Pflanzen – Malu sitzt am Wasserhahn

Kein Womo? Kein Problem.


Du brauchst kein Wohnmobil um weniger zu verschwenden. Was mir am meisten geholfen hat, und was auch in jeder normalen Küche funktioniert:


Erstens: Ein grosser Kühlschrank muss nicht voll sein. Nur weil Platz da ist, heisst das nicht dass er gefüllt werden muss.


Zweitens: Aufbrauchen als Challenge. Wie lange kann ich den nächsten Einkauf hinauszögern und dabei alles verwerten was noch da ist? Das macht Spass, fordert Kreativität, und spart Geld.


Drittens: Reste nach vorne. Was weg muss, kommt ganz vorne hin. Was hinten versteckt ist, wird vergessen. So einfach ist das.


Wie ist das bei euch? Habt ihr auch das Gefühl, dass weniger manchmal mehr ist? Oder ist ein kleiner Kühlschrank für euch undenkbar? 😄


Mehr aus dem Womo-Leben gibt's in den nächsten Posts. 💚


Bis zum nächsten Mal, eure Dinkeldörte

 
 
 

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