Ölziehen als Morgenroutine: Wie ich nach 6 Wochen meine erste echte Gewohnheit aufgebaut habe (und fast meine Hündin geölt hätte)
- Johanna Geisenhainer
- Apr 30
- 4 min read
Hi, da bin ich wieder! Ihr wart euch wohl nicht sicher, ob ich wirklich durchziehe? Was Lyth, du auch nicht? Darf ich vorstellen: Lyth ist meine innerer Kritikerin, mein Autopilot, und sie kommt gerade nicht damit klar, dass sie immer weniger Macht über mich hat. 😉
Heute will ich ein bisschen tiefer in meine Morgenroutine eintauchen, euch etwas übers Ölziehen erzählen und wie ich mir das ganze konkret angewöhnt habe. Nach über 6 Wochen kann ich mit Fug und Recht behaupten: Das ist jetzt eine Gewohnheit von mir, meine erste! Und das macht mich so stolz. Aber wie mir das Ölziehen als Morgenroutine aufbauen wirklich gelungen ist? Darum geht's heute.

Aber auf Anfang: Ich habe mit dem Ölziehen kurz vor meiner Heilfastenkur begonnen. Fasten, ja! Und nein, ich habe nicht 7 Tage durchgezogen wie geplant, aber das ist ein Thema für einen anderen Post...
Ich habe also 3 Tage vor Fastenstart mit dem Ölziehen begonnen, das war am 12.03.2026.
Die Inspiration dazu hatte ich allerdings schon Jahre vorher, in Spanien. Bei einem Workaway habe ich eine gute Freundin kennengelernt, die zu dieser Zeit jeden Morgen mit Ölziehen begonnen hat. Das war nicht der einzige Grund, für den ich sie bewundert habe, aber anscheinend ist es mir geblieben.
Der Start – oder: Fast eine Öldusche für Runa

Als ich das erste Mal Öl gezogen habe, hatte ich etwas zu viel erwischt. Es wird zwar immer von einem Esslöffel geredet, aber wohl in flüssiger Form. Mein Kokosöl war allerdings fest! Und so kam es, dass ich Runa, meiner Hündin, fast eine Öldusche verpasst hätte. Sie hätte das gefeiert, versteht mich nicht falsch und hätte die Sauerei bestimmt fein säuberlich aufgeleckt. Aber mein Womo wäre bestimmt nicht ohne den ein oder anderen Ölfleck davongekommen.
Anyways.
Ich habe also etwas Öl ausgespuckt und dann den Rest zwischen meinen Zähnen hin und her gezogen. Und zwar richtig doll, sodass ich nach wenigen Minuten leichte Schmerzen in der Wangenmuskulatur bekam. Nach ca. 10 Minuten hatte ich das Gefühl, das Öl würde mir die Luft zum Atmen nehmen, also hörte ich auf. Genug fürs erste Mal.
Mittlerweile weiss ich: Es muss gar nicht so doll sein! Das Öl darf einfach sanft im Mund herumgespült werden, keine Kraftübung, eher eine Art stilles Herumschaukeln. Die Wangen danken es dir.
Nach dem Ölziehen: Bitte nicht ins Waschbecken!
Das Spucke-Öl-Gemisch kommt nicht ins Waschbecken (Verstopfungsgefahr!), sondern in den Abfall. Danach spüle ich mir den Mund mit Wasser aus und putze die Zähne, und die Zunge! Das ist wichtig, denn genau dort sammeln sich die Bakterien, die das Ölziehen gelöst hat.
Apropos Bakterien: Was ist eigentlich dran an dem ganzen Ölziehen-Hype? Wissenschaftlich belegt ist, dass Ölziehen die Bakterienzahl im Mund reduziert und bei Zahnfleischentzündungen helfen kann, das ist solide. Dass es den Körper "entgiftet" kommt eher aus der Ayurveda-Tradition und ist nicht wirklich bewiesen. Möglicherweise auch nur, weil sich Forschungsgelder für sowas nicht lohnen, aber das ist bloss meine Meinung. 😉 Ich mache es trotzdem, und das saubere Mundgefühl danach ist Grund genug für mich.
Seit ein paar Wochen habe ich übrigens noch einen Schritt davor eingebaut: Zungenschaben. Direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem Ölziehen. Was das bringt und wie das geht, dazu ein anderes Mal mehr.
20 Minuten für mich – was ich damit mache
Diese 20 Minuten sind eine gute Zeit, um kurz in mich zu fühlen: Was ist heute da? Wie geht es mir? Was beschäftigt mich? Was brauche ich heute?
Dann lese oder schreibe ich gerne in mein Journal, zum Beispiel 3 gute Dinge, die am Tag davor passiert sind. Das gibt mir die Möglichkeit, den Vortag nochmal Revue passieren zu lassen.
Auch ein Blick in die Agenda gehört dazu, und falls nötig ziehe ich bei der Tagesplanung Maudi (meine KI-Assistentin) zurate. Und eine Kuscheleinheit mit den Hunden darf natürlich auch nicht fehlen! 💚

Ehrlich gesagt: Das hat sich verändert
Das Mundgefühl auf jeden Fall, meine Zähne fühlen sich viel sauberer an! Ob meine Haut schöner und glowy ist? Vielleicht! Könnte aber auch daran liegen, dass sie gerade generell eine gute Pflege bekommt und viel von der Sonne geküsst wird. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, und das ist okay.
Aber das Wichtigste, was sich verändert hat, ist eigentlich das hier: Ich habe den Start einer Morgenroutine erschaffen, die ich jetzt Stück für Stück ausbauen kann. Das klingt vielleicht unspektakulär. Aber für mich ist das riesig.
Der Trick, der für mich alles verändert hat
Eine einfache und klare Antwort gibt es darauf gar nicht. Es war wohl einfach der richtige Zeitpunkt, und die richtige Methode. Was mir aber am meisten in die Karten gespielt hat: der Zeitpunkt dieser Aktivität macht direkt nach dem Aufstehen am meisten Sinn. Ich bin dann vielleicht noch nicht ganz wach, es passiert also ein bisschen im Autopilot. Und das ist kein Fehler, das ist der Plan! Das Ziel ist nicht, Lyth abzuschaffen, sondern sie neu zu programmieren.
Stille, Scheitern und nochmal von vorne
Vielleicht wisst ihr noch vom letzten Post: nach dem Ölziehen kam die Stille. Und, to be honest, die konnte ich in letzter Zeit weniger gut ertragen, weshalb ich sie irgendwann gar nicht mehr angetreten habe. Schade, aber nicht schlimm. Lyth hat das natürlich gefeiert. 'Siehst du', hat sie gesagt, 'du schaffst das eh nicht.' Aber diesmal habe ich ihr nicht geglaubt.
It's not a failure, just a stumble. 💚
Ich habe die Zeit wohl zu schnell erhöht! Deshalb wird sie diese Woche wieder langsam eingeführt. Heute Morgen habe ich sie auf einer kleinen Brücke über einem Bach gemacht, ohne Timer. Einfach so lange wie es passt. Und, Überraschung! Es waren mehr als 9 Minuten. Das wird nicht jeden Tag so sein, und das ist völlig fein.
Habt ihr schon mal Öl gezogen? Oder klingt das für euch nach dem seltsamsten Morgenritual ever? Schreibt mir, ich bin ehrlich neugierig. Und falls ihr es ausprobiert: denkt an das Waschbecken. 😉





Ich benutze Sonnenblumen- oder Rapsöl. Ich habe das Gefühl, dass meine Gelenke besser geölt sind, mit geht es tagsüber leichter, wenn ich Öl gezogen habe. Ich spucke das Öl in ein Papierküchentuch, das anschließend im Müll landet. Probiert es aus, es ist ein super Tipp! Danke, Jo