Warum, verdammt noch mal, hat dieses kleine Ding mein Leben so sehr im Griff? (aka: Screentime reduzieren)
- Johanna Geisenhainer
- Jun 11
- 4 min read

Warum gebe ich ihm so viel Macht? Es darf mein Leben jederzeit unterbrechen, mich aus dem Moment, aus meinem Flow reissen. Und für was?
Dass ich mich am Ende des Tages leer und beschissen fühle, wenn ich zu viel reingestarrt habe? Warum lass ich das zu?
Ja, die Rede ist von meinem Handy. Und ich habe es zwar schon viel besser im Griff mit meiner Screentime als auch schon. Statt 5–8 Stunden sind es jetzt eher 1–3 Stunden. Und das nur, weil ich radikal aussortiert habe. Keine Handyspiele mehr. Und keine Dating Apps. Das waren definitiv meine grössten Zeitfresser. Und bei Insta hab ich eine Zeitlimite drin. Das hilft auch. Aber trotzdem muss es bloss ein Geräusch von sich geben und ich verspüre direkt das starke Bedürfnis, draufzuschauen.
Und ja, es sind jetzt "nur noch" 2 Stunden täglich. Aber da habe ich meine YouTube-Zeit noch nicht reingerechnet. Immerhin hab ich kein Netflix mehr, bei Serien und Co. verfliegt die Zeit ja unbemerkt im Nullkommanix. Aber auch YouTube ist ein Zeitdieb. Und wenn ich dann an manchen Tagen eine Screentime von 4–5 Stunden habe (Arbeitszeit mal ausgerechnet 😉), dann finde ich das schon verdammt viel! Das ist immerhin mehr als ein Fünftel von meinem Tag. Und das will ich so nicht mehr.
Der Moment der alles in Frage gestellt hat
Ich habe neulich einen Podcast gehört, in dem es darum ging, was man ändern würde wenn man wüsste, dass man nur noch 5 Jahre zu leben hätte. Und das Erste, was mir in den Kopf schoss war ganz klar: weg mit dieser blöden Screentime. Ich will mein Leben leben! Aber ja, das ist so viel leichter gesagt als getan.
Danke Lyth. Für nix.
Ich merke bei mir total, dass das alles so sehr im Autopilot passiert. Danke Lyth. Für nix. (Lyth kennt ihr ja schon – hier nochmal nachlesen.) Das Reinrutschen kann ich vielleicht noch einigermassen greifen. Es passiert gerne an Tagen, an denen ich eigentlich besonders viel zu tun hab. Dann bin ich überwältigt von all den offenen Tasks und greife gern mal zum Handy. Oder zu meinen Haarspitzen. Ja, I know. Gesplittete Spitzen abbeissen klingt maximal blöd. Ist es auch. Aber es beruhigt mich irgendwie. Und es ist ein Tick den ich einfach nicht mehr loswerde.

Anyways, wo war ich stehen geblieben? Das ist auch so ein Ding von mir, ich verlier gerne mal den roten Faden, lass mich schnell ablenken. 😉 Ah ja, Lyth. Sie dachte schon sie hätte gewonnen, dass sie meine Aufmerksamkeit von sich ablenken konnte. Aber nein Lyth, nicht mit mir!
Also: Überwältigung lähmt mich, das führt zu Prokrastination. Genauso Langeweile, oder Unsicherheit. Sei es Unsicherheit was meine Zukunft angeht, oder auch die Männerwelt.
Online Dating hat das Ganze stark verstärkt. Weshalb ich mich dann auch vor ein paar Wochen entschieden habe, das Ganze aufs Eis zu legen. Wenn es mehr Energie zieht als es gibt, ist es das einfach nicht wert. Und ich glaube das ist ein ganz guter Filter: Was gibt es mir? Aber auch: was nimmt es mir? Und anhand der Antworten entscheiden, ob man es behalten will oder nicht.
Halt Stopp! Jetzt rede ich! Hahah, Lyth hatte mich fast schon wieder da. Aber es geht jetzt um dich, Maus! Und was du für eine Kontrolle über mich hast! Die ich dir Stück für Stück nehmen werde. Und ich glaube das weiss sie.
Die Trigger kennen – der erste Schritt zum Screentime reduzieren
Zu wissen, was die Trigger sind bzw. die Abläufe, ist der erste Schritt um was zu ändern. Also: das Reinrutschen ist das eine. Aber an manchen Tagen bin ich dann wirklich komplett stuck, komme gar nicht mehr raus. Rutsche von einem YouTube-Video ins nächste. Und nein, ich schaue nicht nur Scheiss. Aber auch. 😉
In Zukunft möchte ich auf jeden Fall aufmerksamer sein, wenn es um meine Screentime geht. Seit ein paar Wochen tracke ich sie schon, um mir jeden Tag den Ist-Zustand vor Augen zu führen. Es geht mir grad noch nicht darum, sie radikal abzuschaffen, ich weiss, das würde nicht funktionieren, eher ins Gegenteil kippen. Aber ich will das Bewusstsein dafür haben. Und im Optimalfall die Zeit zwischen Trigger/Reiz und Handlung immer mehr verlängern.
Lyth steuert nicht nur meine Screentime. Sie steuert auch was ich esse.
Und da ist übrigens noch was. Ich merke nämlich, dass Lyth und mein Essen oft Hand in Hand gehen. Starte ich mit YouTube beim Mittagessen, was leider vorkommt, bin ich je nach Tagesverfassung danach hooked. Und dann passiert es: ich snacke nebenbei endlos weiter, ohne es wirklich zu merken.

Und das Essen-Ding ist eigentlich noch komplizierter als das Handy-Ding. Denn beim Essen ist der Trigger nicht immer derselbe. Manchmal ist es Langeweile. Manchmal Überforderung. Manchmal Einsamkeit. Manchmal einfach Gefühle die ich gerade nicht fühlen will. Lyth weiss das. Und sie nutzt es aus.
Das Gute: ich kaufe ja nicht oft Scheiss. Aber Overeating ist trotzdem kacke, egal was drin ist.
Lyth ist nicht das Problem. Sie ist nur das Symptom.
Derselbe Mechanismus wie beim Essen, beim Einkaufen, beim Prokrastinieren, beim Handy. Das eigentliche Problem sitzt tiefer, und das ist die unbequeme Wahrheit die ich mir gerade eingestehe. Und das gilt für so vieles im Leben.
Meine nächsten konkreten Schritte
Also: kein YouTube beim Mittagessen. Und wenn es doch YouTube sein soll, kurze Pause davor. Warum hab ich grad dieses starke Bedürfnis? Was versuche ich damit wegzuschieben? Und was würde mir jetzt eigentlich gut tun? Tanzen? Frische Luft? Ein Tee? Ein kurzes Gespräch mit einem geliebten Menschen? Das machen. Und dann schauen ob das Bedürfnis noch da ist. Manchmal ja, manchmal nein. Und wenn ja, dann ist es halt so.
Ausserdem: nicht von einem Video ins nächste sliden. Unterbrechungen einbauen, auch wenn sie kurz sind. Und YouTube durch etwas zum Hören ersetzen: Musik, Podcast, Hörspiel.
Geht auch. Oft sogar besser.
Aber jetzt zu euch: Wie hoch ist eure Screentime? Was sind eure Guilty Pleasures, ich teile meine wenn ihr eure teilt. 😉 Und was hilft euch, aus dem Sog des Strudels wieder rauszukommen, beim Screentime reduzieren?
Bis zum nächsten Mal, eure Dinkeldörte 💚





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